Was Naturkatastrophen anrichten und wie ich mich schützen kann
Shownotes
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„Sei versichert – der Podcast der oberösterreichischen Versicherungsmakler. Wissen, das schützt.”
Podcast Folge 2: “Wenn das Wasser kommt – was Naturkatastrophen wirklich anrichten und wie man sich schützt.”
OP/Soundlogo“Sei versichert – der Podcast der oberösterreichischen Versicherungsmakler. Wissen das schützt.”
Szene: Starker Regen, Donner in der Ferne, Wasserrauschen, krachen...
Wolfgang: Es beginnt mit Regen. Erst leicht, dann heftig. Innerhalb von Minuten schießt das Wasser über die Dachrinne, der Kellerabgang füllt sich, die Tür hält nicht stand .Im nächsten Moment strömt ein Schwall aus Schlamm und Wasser in das Haus. Maschinen stehen still, Waren sind zerstört, der Keller voll, der Betrieb lahmgelegt. Und dann stellt sich die bittere Frage: Wer zahlt das – und hätte man etwas dagegen tun können?Musikbett EndeWolfgang: Genau darüber sprechen wir heute – hier im Podcast der oberösterreichischen Versicherungsmakler.
In dieser Folge erfährst du, welche Naturgefahren in Oberösterreich wirklich unterschätzt werden, welche Schutzmaßnahmen jede Familie und jeder Betrieb treffen kann, warum nicht jedes Haus versichert werden kann – und wie ein Versicherungsmakler hilft, Risiken früh zu erkennen und richtig zu gewährleisten. Diese Folge kann dir im Ernstfall zehntausende Euro ersparen.
Mein Name ist Wolfgang Haimel, ich darf dich durch diesen Podcast begleiten. Und bei mir ist Franz Waghubinger, Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten. Hallo, Herr Waghubinger.
Wolfgang: Herr Waghubinger, wir haben gerade eine typische Szene gehört: Starkregen, Überflutung, Betrieb steht still. Warum erleben wir das in den letzten Jahren immer größten?
Waghubinger: Weil wir heute mit völlig anderen Wetterextremen konfrontiert sind. Große Niederschlagsmengen in kurzer Zeit führen dazu, dass Bäche über das Ufer treten, Felder abgeschwemmt werden, Grundwasser steigt und Keller geflutet werden.Das trifft Private genauso wie Unternehmen – und oft völlig überraschend.
Wolfgang: Viele glauben ja, Hochwasser betrifft nur Flussnähe. Stimmt aber nicht, oder?
Waghubinger: Das ist tatsächlich nicht so. Die meisten Schäden entstehen heute durch Oberflächenabfluss und Kanalrückstau – weit weg von großen Gewässern.Eine neu asphaltierte Straße, ein falsch verlaufendes Gefälle … und plötzlich läuft das Wasser genau ins Haus. Ein gutes Beispiel aus der Praxis:Eine Straße wird neu geteert, das Gefälle verändert sich minimal – und plötzlich strömt bei Starkregen alles Wasser gegen die Garage, in den Lichtschacht und weiter in den Keller. Diese Feinheiten sieht man oft erst, wenn es zu spät ist.
Wolfgang: Welche konkreten Maßnahmen kann jeder Haushalt setzen, um das Risiko zu senken?
Waghubinger: Es gibt einige einfache, aber wirkungsvolle Punkte:Wasser vom Haus wegführen – Gefälle, Rinnen, Geländeform. Keine waagrechten Flächen direkt vor Eingängen. Barrieren an Haustüre, Kellerabgang oder Garagenzufahrt. Möbel und Waren erhöht lagern, z. B. auf Paletten. Keller eher mit Fliesen statt Holz ausstatten.Pumpensumpf und funktionierende Rückstauklappen. Dachrinnen regelmäßig kontrollieren.Umgebung im Blick behalten: Baustellen, abgeerntete Felder, neue Straßen. Schon eine kleine bauliche Anpassung kann im Ernstfall ein ganzes Stockwerk retten.
Wolfgang: Wenn es aber doch passiert: Was muss man tun, wenn Wasser ins Gebäude eindringt?
Waghubinger: Das Wichtigste ist die eigene Sicherheit. Wenn Wasser im Lichtschacht steht oder sich vor einer Kellertür staut, besteht die Gefahr, dass Türen oder Fenster eingedrückt werden. Dann ergießt sich eine Wassermasse in den Raum, die lebensgefährlich sein kann. Wenn möglich:Wasser kontrolliert abfließen lassen. Strom absichern. Räume nicht betreten, die unter Wasserdruck stehen.Und dann: schnell dokumentieren, aber nichts riskieren.
Wolfgang: Ein ganz wichtiges Thema: Versicherungsschutz. Können derzeit alle Häuser gegen Hochwasser versichert werden?
Waghubinger: Leider nein. Die Versicherer orientieren sich an der HORA-Zone – das ist eine frei zugängliche Gefährdungszonenkarte, die das Risiko jeder Adresse bewertet.Bei extrem gefährdeten Lagen, zum Beispiel in einer sogenannten HORA-30-Zone – also statistisch alle 30 Jahre ein Hochwasser – schließen Versicherer das Risiko oft aus. Und Achtung: „Alle 30 Jahre“ bedeutet nicht regelmäßig alle 30 Jahre. Es kann dreimal in zehn Jahren passieren und dann lange nichts.
Wolfgang: Warum ist es für Versicherer so schwierig, diese Risiken abzudecken?
Waghubinger: Weil Schadensereignisse in Gruppen auftreten: Wenn ein Bach übergeht, sind oft ganze Straßenzüge betroffen. Die Rückversicherer – auch jene Unternehmen, bei denen Versicherungen selbst versichert sind – haben die Preise extrem angehoben. Ein einziges Starkregenereignis kann für eine Versicherung einen dreistelligen Millionenbetrag bedeuten.
Wolfgang: Es wird immer wieder über eine Pflichtversicherung diskutiert. Macht das Sinn?
Waghubinger: Absolut. Die Versicherungswirtschaft hat seit fast 20 Jahren ein fertiges Modell – es könnte jederzeit eingeführt werden. Vorteile einer Pflichtversicherung:Jede Liegenschaft wäre versicherbar. Es gibt keine Schadensobergrenze, auch Totalschäden wären gedeckt. Die Prämien wären überraschend gering: Haushaltsversicherung: ca. 2 Euro pro Monat bei höchstem Risiko.Eigenheim: ca. 45 Euro pro Monat. Die Regulierung wäre deutlich schneller als über den Katastrophenfonds. Das Problem ist nicht die Branche – es ist die Politik.
Wolfgang: Und Wohnungen im dritten Stock? Da hören wir oft: „Mich interessiert das nicht.“
Waghubinger: Das stimmt so nicht. Der größte unterschätzte Risikofaktor ist Kanalrückstau.Selbst ein Haus, das oben gelegen ist, kann im Keller überflutet werden, wenn der Kanal das Wasser nicht mehr aufnehmen kann.Ein Schaden von 100.000 Euro ist da keine Seltenheit – besonders weil das Wasser unter den Estrich läuft, Schimmel entsteht und alles herausgerissen werden muss.
Wolfgang: Was wäre Ihre Empfehlung – kurz gesagt?
Waghubinger: Ganz einfach: Risiken prüfen – idealerweise gemeinsam mit einem Versicherungsmakler. Sicherungsmöglichkeiten ausschöpfen – baulich und versicherungstechnisch. Bestehende Polizisten nicht leichtfertig verändern – alte Hochwasserdeckungen sind oft Gold wert. Und: Vorsorge ist immer günstiger als Sanierung.
Wolfgang: Was sollten sich unsere Hörer heute unbedingt merken?
Waghubinger:
Naturgefahren betreffen heute jede Adresse – nicht nur Flussnähe.
Viele Schäden sind versicherbar, aber nicht alle – HORA-Zone prüfen!
Makler Risiken erkennen, richtig absichern und große finanzielle Verluste verhindern.
Wolfgang: Herr Waghubinger, vielen Dank für das Gespräch und die interessanten Antworten rund um das Thema Naturkatastrophen. In der nächsten Folge geht es darum, wie eine Reiseversicherung hilft wirklich anrichten und warum eine medizinische Versorgung im Ausland richtig teuer werden kann.Verpasse nicht, wenn die nächste Folge online geht. Am besten aktivierst du den Erinnerungsalarm – das geht bei Spotify zb so, dass du auf das Glocken-Symbol drückst - oder du abonnierst den Podcast, damit du keine Folge versäumst.
OP/Soundlogo“Sei versichert – der Podcast der oberösterreichischen Versicherungsmakler. Wissen das schützt.”
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